News 2022 - Handwerkerschule Martinsdorf

Kirchenburg Martinsdorf
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News 2022

News
Mai 2022


Gemeinsame Azubibaustelle mit Dachdeckern aus der Schweiz und Deutschland
 
Das zweite Mal im Schuljahr 2021/2022 besuchte FOL Rainer Groß mit Schülern der Berufsschule Waldkirchen, die Projektbaustelle in Martinsdorf, Siebenbürgen. Das Erasmus+ Projekt der Handwerkskammer München und Oberbayern wird federführend durch den Verein Handwerkerschule Martinsdorf e.V. organisiert und durchgeführt. Die Anreise in diesem Jahr war etwas holprig, da ein Teil der Teilnehmer von München aus mit einem 9-sitzer Bus und die Anderen mit einem Reisebus von Passau aus starteten. Dennoch kamen alle etwas müde, aber wohlbehalten in Martinsdorf an. Die Schüler aus verschiedenen 11-ten Klassen suchten sich zum Teil abenteuerliche Schlafplätze im Pfarrhaus. Alle, auch Felicitas, bezogen den Turm der im November 21 von der vorherigen Gruppe aus Waldkirchen fertig neu eingedeckt wurde. In der Galerie vom Turm oder eine Etage höher direkt unter dem Dach wurden die Hängematten und Schlafsäcke ausgebreitet. Für die Eichenbalken aus dem 14.Jahrhundert war es absolut kein Problem diese zusätzliche Last zu tragen.

Am Sonntagnachmittag bereits kam hoher Besuch auf die Projektbaustelle. Der stellv. Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer München und Oberbayern, Herr Vierlbeck und Herr Dr. Schärl mit Kolleginnen, nahmen die Baustelle in Augenschein und ließen sich über die weiteren Vorhaben informieren. Die Gelegenheit nutzte Rainer Groß um Kontakt zu der Handwerksorganisation zu knüpfen und die Berufsschule Waldkirchen vorzustellen.

Am Montag ging es dann so richtig los. Gerüstbau stand auf dem Programm. Mit einer nicht allzu großen Auswahl an Teilen wurde ein kompliziertes Gerüst erstellt, dass dennoch den Anforderungen der BG entsprach. Am Abend kamen weitere Projektteilnehmer an. Marc Ammann von unserer Partnerschule in der Schweiz vervollständigte mit seinen Lehrlingen das Team der Dachdecker. Am abendlichen Lagerfeuer wurden die neuen Projektteilnehmer schnell in die Gruppe integriert. Am nächsten Morgen wurden die internationalen Teilnehmer durchmischt und es wurde begonnen, ein Teil des Pfarrhausdaches abzudecken. Nach der Mittagspause begann es zu regnen, sodass das Dach mit Folie regensicher geschlossen wurde. Um die so entstandene Zeit sinnvoll zu nutzen, war für ein paar Stunden theoretischer Unterricht angesagt. Dabei haben die Schüler u.a. an dem Fachwörterbuch für Deutsche und Schweizer Dachdecker weitergearbeitet. Ab Mittwoch, bei bestem Wetter, wurde ein größeres Stück des Pfarrhausdaches abgedeckt und mit dem Einlatten begonnen. Am Nebengebäude musste ein schräger Ortgang eingeschnitten und eingemörtelt werden. Das war für zwei der Schweizer Lehrlinge etwas Neues. Sie nahmen die Herausforderung jedoch gerne an und lösten sie mit Bravur.

Eine Premiere im Projekt, waren neben den Schweizer Kollegen, auch die zwei Holzbildhauerinnen. Diese fertigten, aus einem Fichtenstamm, der im letzten Jahr auf dem Kirchhof gefällt wurde, ein Relief des Gebäude - Ensembles der Kirchenburg. Alle nahmen sich täglich etwas Zeit, den angehenden Meisterinnen über die Schultern zu schauen und wenn möglich, diese nach Kräften zu unterstützen.
Die Dacharbeiten kamen im Laufe der Woche gut voran, so wurde bis zum Donnerstag, eine kurze Kehle und der Nockenanschluss zum Turm hergestellt.

Am Freitag traf ein weiterer Bus mit Jugendlichen und Ausbildern ein. Die Malernationalmannschaft übte mit ihrem Bundestrainer Matthias List und dem Bildungsausschussvorsitzenden des Bundesverbandes Farbe – Gestaltung – Bautenschutz Holger Jentz, auf unserer Projektbaustelle für die nationalen und internationalen Wettbewerbe. Ergänzt wurden die Farbdesigner durch eine Gruppe von Malerlehrlingen aus Hamburg, die sich im Vorfeld im Rahmen einer Begabtenförderung qualifiziert hatten.  

Auch die Ablösung für FOL Rainer Groß reiste mit an. Dachdecker- und Spenglermeister Heinz Gaass, ein ehemaliger Fachlehrerkollege in der Dachdeckerabteilung, übernahm nach der Übergabe die fachliche Leitung des gesamten Dachdeckerteams. Am Samstag wurde noch bis Mittag gearbeitet und die Lattung fertiggestellt. Zwischendurch kamen nochmal alle zusammen um Rainer Groß zu verabschieden.
Am Nachmittag wurde ein Ausflug nach Mardisch organisiert um die dortige Kirchenbaustelle zu besichtigen. Auf rumänische Art und Weise wurde ein Teil der Gruppe mit Pferdewagen transportiert, der andere Teil mit einem historischen Traktor und einem Anhänger. Am Sonntag stand ein Besuch im Herrmannstadt auf dem Programm. Die ehemalige Kulturhauptstadt (2007) von Siebenbürgen begeisterte die Jugendlichen wie die Betreuer durch ihren Charme und ihre Geschichte.

In der weiteren Woche wurde ebenfalls sehr viel gelernt und gearbeitet. Das Gewerke übergreifende Zusammenarbeiten war besonders für die Maler eine neue Erfahrung, da sie sonst kaum Gelegenheit haben auf einem Dach, in luftiger Höhe, zu arbeiten. So wurden gemeinsam die Dachziegel mit Seil und Rolle hochgezogen und die Dachfläche eingedeckt. Am Donnerstag wurde die letzte Firstziegel angeschraubt und der Übergang zum alten Dach regensicher eingedeckt. Am Freitag wurde das Gerüst abgebaut und die restlichen Dachziegel im Keller des Pfarrhauses verstaut.

Die letzten Stunden in Rumänien wurden dafür genutzt, dass sich alle Gewerke zusammen mit einem kleinen Projekt für nachfolgende Jugendliche mit ihren speziellen handwerklichen Tätigkeiten präsentieren. Sie bauten und gestalteten gemeinsam einen „Palast“ für Vögel und montierten diesen kurz vor der Rückreise auf dem Handwerkerbaum im Innenhof des Ensembles.

Die Zusammenarbeit der Schweizer und Deutschen hat in den beiden Wochen sprichwörtlich funktioniert wie ein Schweizer Uhrwerk. Jeder hat sich gut in das Team eingefügt und manche Sprachbarrieren überwunden. Dass sich über die kurze Zeit hinweg, neue kollegiale Formen der Zusammenarbeit bis hin zu privaten Freundschaften entwickelt haben, ist ein gewollter positiver Lerneffekt solcher Projekte.
Allen Projektteilnehmern, ob Maler, Dachdecker, Holzbildhauer aber auch deren Ausbildern und Lehrern bringt diese moderne Form des „auf die Walz Gehens“ viele Lehr- und Lernstunden um handwerkliche Fertig- und Fähigkeiten zu entwickeln. Kameradschaftliches - kollegiales Handeln und viele neue Lebenserfahrungen sind wesentliche Inhalte beim Lernen im europäischen Ausland.

Am Ende dieses Berichtes möchte ich mich bei allen Firmen bedanken, die es ihren Lehrlingen ermöglichen an diesem Projekt mitzuarbeiten:
Mertl-Bedachungen, Kirchdorf
Wachter Wilhelm jr., Übersee
Fa. Jeschke, Wiesenbronn
J.Clauss, München
Werner Liebig, Arzberg


05. August 2022


Spontanes Treffen einiger Mitglieder am Projekt Martinsdorf.
 
Vom 29.07. - 07.08.2022 fand das Denkmalcamp der Handwerkerschule mit der freundlichen Unterstützung der Sto-Stiftung statt. 20 Auszubildene aus dem Maler- und Lackiererhandwerk und dem Stuckateurhandwerk konnten die Techniken der Graumalerei, des Schablonierens mit Trockenpigmenten, das Erstellen einer Dokumentation und das Kalken von Wand- und Deckenflächen erlernen.
Wie durch Zufall trafen sich 16 Mitglieder des Vereins Handwerkerschule Martinsdorf/Siebenbürgen e.V. am Projektort Martinsdorf. Der Grund für die Zusammenkunft war der Geburtstag der Dorfältesten, unserer Hannitant.  Sie wurde 90 Jahre alt und erfreut sich bester Gesundheit. Anläßlich ihres Jubiläums wurde sie zum ersten Ehrenmitglied des Vereins ernannt. Ehre wem Ehre gebürt. Mit ihrer Hilfe und Verbundenheit war es in all den Jahren möglich, dass sich das Projekt so gut entwickeln konnte.

Alle Mitgieder sind sich einig, dass das Projekt unbedingt für die Zukunft des Handwerks im Sinne der Denkmalpflege weiter geführt werden muss. Noch nie waren bisher so viele Mitglieder des Vereins zeitgleich am Projektort.

14. Juli 2022


Allgemeine Deutsche Zeitung berichtet über die verschiedenen Handwerksgruppen die im Mai 2022 auf der Baustelle aktiv waren.
 
Der Verein Handwerkerschule Martinsdorf Siebenbürgen e.V. ist nach den letztjährigen Corona-Einschränkungen mit seinem Projekt in Siebenbürgen 2022 wieder voll durchgestartet. Bereits vom 26. April bis zum 7. Mai waren 17 Zimmerer und Zimmerinnen mit ihren Ausbildern nach Martinsdorf/Meti{ gereist, um auf dem Gelände des evangelischen Pfarrhauses zu arbeiten. Drei Wochen später begann schon der nächste
Projektabschnitt, und so trafen sich vom 15. bis zum 28. Mai Vereinsmitglieder, das Organisationsteam, Ausbilder, elf Malerinnen und Maler, zwei Holzbildhauerinnen und acht Dachdecker-Azubis in Martinsdorf. Davon erstmals drei Auszubildende aus der Schweiz. Die Kooperation mit den Schweizer Dachdeckern hatte sich im letzten Jahr angebahnt und wurde prompt in diesem Jahr erfolgreich umgesetzt.
Premiere im Projekt hatte auch das deutsche Maler-Nationalteam, eine bundesweite Förderinitiative des Maler- und Lackiererhandwerks, das mit einigen aktiven und einigen ehemaligen Mitgliedern sowie dem
National-Trainer vor Ort war..

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